Eine periorale Dermatitis ist relativ harmlose Erkrankung, die besonders den Bereich rund um den Mund (perioral) befällt. Der bläschenartige Ausschlag kann aber durchaus auch die Nasolabialfalten und die Augenlider befallen. Zur Ursache lässt sich meist eine organische Erkrankung ausschließen, vielmehr ist die Dermatitis periorale eine Folge übertriebener Gesichtspflege. Die Haut ist eigentlich von Natur aus mit einer gleichbleibenden Balance zwischen hauteigenen Lipiden und Feuchtigkeit ausgestattet, eine gesunde, puristisch den Ansprüchen genügend gepflegte Haut kommt sehr gut allein damit zurecht, leichte Mangelzustände auszugleichen.
Eine periorale Dermatitis tritt auf, wenn anhaltend nach dem Motto Verfahren wird, dass viel auch viel hilft. Eine empfindliche Haut reagiert dann mit Rötungen oder sogar schon ersten Ausschlägen, die natürlich wiederum eifrig gecremt und gepflegt werden, damit aber keine Besserung erzielt wird, da dies der eigentliche Verursacher des Ganzen ist. Vielmehr wird die Situation verschlimmert, die Dermatitis periorale wird immer heftiger, großflächiger, fließt unter Umständen auch zu einzelnen Bläschen-Inseln zusammen und verursacht in Einzelfällen auch Juckreiz.
Wichtig bei einer erfolgreichen Bekämpfung einer periorale Dermatitis ist der vollkommene Verzicht auf die übliche Gesichtsreinigung und Cremes für mindestens 6 Wochen bis hin zu 3 Monaten. Die betroffenen Areale sind im Folgenden nur mit Wasser zu reinigen, was durch den Feuchtigkeitsentzug der Haut wahrscheinlich zwangsläufig zu einer Erstverschlechterung mit Rötungen, zusätzlichen Papeln und einer erhöhten Spannung der Haut führt. Um den Teufelskreis zu durchbrechen, ist es wichtig, für den oben genannten Zeitraum unbedingt den Verzicht der üblichen Gesichtspflege zu üben, denn nur so kann eine Heilung erfolgen. Unterstützen können tägliche Kompressen mit kaltem, schwarzem Tee, die besonders bei nässenden Arealen durch die beinhalteten Gerbstoffe schnelle Abheilung fördern.
Ist die Ausprägung sehr stark, kann auch mit Medikamenten unterstützend gearbeitet werden, vorwiegend Breitbandantibiotika können dort helfen. Cortisonhaltige Mittel sollten wegen der Gefahr des Rezidivs der Dermatitis periorale nach Absetzen vermieden werden.