Beim Hautmilzbrand handelt es sich um eine von Bacillus anthracis ausgelöste Hauterkrankung die häufig bei Huftieren auftritt, aber auch beim Menschen zu finden ist. Von den verschiedenen Milzbranderkrankungen ist der Hautmilzbrand die harmloseste Variante, die Heilungschancen sind hoch. Die Ansteckung erfolgt durch den Verzehr von infizierten, tierischen Produkten oder durch den direkten Kontakt zu einem erkrankten Tier, die Übertragung von Mensch zu Mensch kommt nur in Einzelfällen vor. Für den Erfolg der Behandlung bei Hautmilzbrand ist der rechtzeitige Beginn der Therapie entscheidend, wie bei vielen Krankheiten gilt auch hier, je früher die Krankheit erkannt und behandelt wird, umso höher sind die Chancen auf eine vollständige Heilung.
Die Symptome von Hautmilzbrand beginnen plötzlich, es bildet sich zunächst eine rötliche, juckende Schwellung auf der Haut, die an einen Insektenstich erinnert. Nach zwei bis drei Tagen bildet sich aus der Rötung eine Blase und nach etwa einer Woche entsteht ein Geschwür. Die Besonderheit bei einem Hautmilzbrandgeschwür ist eine schwarze, abgestorbene Mitte, das Milzbrandkarbunkel. Als Begleitsymptome beim Hautmilzbrand können Fieber und allgemeines Unwohlsein auftreten, viele Patienten bemerken allerdings nur die Symptome der Haut und fühlen sich ansonsten gesund. Beim Hautmilzbrand besteht die Gefahr, dass der Erreger in die Blutbahn gelangt und dort für eine lebensgefährliche Blutvergiftung sorgt.
Für die Infektion mit Milzbrand genügt eine kleine Hautwunde und Kontakt zu einem erkrankten Tier, schon können die Bakterien in die Haut eindringen und dort zunächst Karbunkel auslösen. Die Diagnose Hautmilzbrand kann meist bereits anhand der charakteristischen Veränderungen der Haut gestellt werden, zur Sicherung der Diagnose ist ein Abstrich des Wundsekretes und eine anschließende Untersuchung unter dem Mikroskop erforderlich. Beim Auftritt von Milzbrand sind in Deutschland Sicherheitsvorkehrungen wie beispielsweise Quarantäne üblich, zudem muss die Meldung an das Gesundheitsamt erfolgen.
Die Behandlung von Hautmilzbrand erfolgt mittels Antibiotika, welches in der Regel intravenös gegeben wird. Zeitweise waren sich Mediziner uneinig, ob die vorbeugende Gabe von Antibiotika besonders bei Reisen in gefährdete Gebiete sinnvoll ist, wegen der Gefahr einer Immunisierung wird das Mittel jedoch nur bei bestehender Krankheit gegeben. Beim Hautmilzbrand ist neben der Antibiotikagabe auch die Behandlung der Blasen wichtig, die hygienischen Verhältnisse müssen einwandfrei sein, da sonst die Gefahr einer weiteren, bakteriellen Infektion der Haut oder ein Übertritt der Bakterien in die Blutbahn möglich ist. In den meisten Fällen ist ein Befall mit Hautmilzbrand innerhalb von sechs Wochen überstanden und es bleiben keine Folgeschäden zurück. Bei ausbleibender Behandlung endet die Krankheit allerdings tödlich, die rechtzeitige Vorstellung beim Mediziner ist daher unerlässlich.