Bei der Hyperhidrose handelt es sich um eine starke Schweißproduktion die am ganzen Körper oder nur an einigen Stellen auftreten kann. Durch den Schweiß der vom Körper produziert wird, kann sich dieser selbst vor Überwärmung schützen, allerdings ist die erhöhte Produktion von Schweiß eine Fehlfunktion, welche beim Betroffenen einen hohen Leidensdruck hervor ruft. Grundsätzlich wird in drei Formen der Hyperhidrose unterschieden, eine Variante ist die Hyperhydrosis axillaris, hierbei tritt die vermehrte Schweißbildung nur in den Achseln auf. Eine weitere Form der Erkrankung ist die Hyperhydrosis manuum, hier sind von der übermäßigen Schweißbildung die Hände betroffen. Die dritte Art ist die Hyperhydrosis pedum, hier sind die Füße von der Störung befallen.
Die Symptome der Hyperhidrose lassen die Störung schnell diagnostizieren, dauerhaft starke Schweißbildung ist ein direkter Hinweis auf die Erkrankung. Wie ausgeprägt die Bildung von Schweiß beim Betroffenen ist hängt vom Ausmaß der Störung ab. Mitunter ist es möglich, dass bei axillarem Schwitzen der Schweiß bei kleinster Anstrengung bereits am Körper hinab fließt. Neben der vermehrten Bildung von Schweiß ist besonders der Leidensdruck belastend für die Patienten. Es entstehen Schamgefühle in der Öffentlichkeit, denn Schweiß bildet unschöne Ränder auf der Kleidung, bei dauerhaft feuchten Händen trauen sich die Betroffenen nicht mehr anderen Menschen die Hand zu schütteln oder Gegenstände in der Öffentlichkeit zu berühren. In einigen Fällen kann durch die Hyperhidrose eine manifestierte Depression entstehen.
Wird die Hyperhidrose diagnostiziert, werden zunächst Untersuchungen zur Erkennung einer grundlegenden Erkrankung durchgeführt. In einigen Fällen ist die Hyperhidrose nur das Symptom einer Krankheit, daher ist die Untersuchung des Herzens ebenso wichtig wie eine umfassende Blutkontrolle. Können behandlungsbedürftige Grunderkrankungen ausgeschlossen werden, erfolgt die Messung der Schweißmenge mit Hilfe einer Gravimetrie. Durch einen Test mit Jod-Stärke können die Hautbereiche herausgefiltert werden, auf denen die Schweißbildung am stärksten ist. Liegt der Hyperhidrose eine Erkrankung zu Grunde, muss diese behandelt werden, um dann weiter gegen die Hyperhidrose vorgehen zu können. Bei einer reinen Störung der Schweißbildungsfunktion kann sofort mit der Behandlung begonnen werden.
Grundsätzlich kommen zwei Arten von Therapie in Betracht, als sehr wirkungsvoll hat sich die konservative Behandlung mittels Botox bewiesen. Das Nervengift wird bei der Therapie einer Hyperhidrose unter die Haut gespritzt, um die Nervenleitungen zu blocken und somit die Bildung von Schweiß fast vollständig zu unterbinden. In vielen Fällen ist diese Methode sehr erfolgreich, nur wenige Betroffene weisen eine Immunität gegen Botox auf und reagieren auf die Behandlung nicht. Die chirurgische Behandlung ist eine weitere Möglichkeit die Hyperhidrose zu therapieren, hier werden die Schweißdrüsen unter Vollnarkose entfernt, so dass die Produktion von Schweiß gestoppt ist.